Fronleichnam - eine katholische Demonstration

Die Kolpingfamilie Berchtesgaden berichtet

An dem großzügigem Ablass allein, den Papst Urban IV. in seiner Bulle zur Einführung des Fronleichnamsfestes am 11. August 1264 den Gläubigen gewährte, kann es nicht gelegen sein, dass die Prozessionen mit dem eucharistischen Brot, eingefasst in eine strahlenförmige Monstranz, bis heute ein typisch katholisches Fest geblieben ist. Die leibliche Gegenwart Jesu Christi symbolisiert die Lebendigkeit Gottes und wird zum Segen für Felder, bebaute Städte und Fluren.

Wir gebrauchen für das traditionelle Fronleichnamsfest - das Hochfest des Leibes und Blutes Christi - gern den regionalen Begriff „Prangertag“. Er folgt auf den Sonntag nach Pfingsten und wird an einem Donnerstag begangen, weil am Gründonnerstag Jesus das Abendmahl mit seinen Jüngern gefeiert hat. Der vorgenannte aus Lüttich stammende Papst Urban IV. hat sogar den großen Gelehrten Thomas von Aquin beauftragt, Texte für dieses Fest zusammenzustellen; so zählen „Tantum ergo Sacramentum“ oder „O Salutaris Hostia“ zu den schönsten Liedern der katholischen Kirche.

Für die Kolpingsfamilie Berchtesgaden war es somit eine selbstverständliche Ehre auch heuer wieder mit einer Gruppe von Kolpingsschwestern und Kolpingsbrüdern aktiv daran teilzunehmen.

Wollte man in der Barockzeit mit viel Pomp und Prunk bei den Fronleichnams-prozessionen die Treue zum katholischen Gauben öffentlich kund tun, so sind die heutigen Umzüge wie die sog. „Kleine Runde“ am vergangenen Donnerstag durch den Markt Berchtesgaden von der Stiftskirche und zur Franziskanerkirche vergleichsweise viel bescheidener geworden. Trotzdem gilt der „Prangertag“ auch heute noch als das volkstümlichste religiöse Fest im katholischen Kirchenjahr. Während früher der Prozessionsweg durch den bebauten Markt reich mit Blumen oder Sträuchern und roten Tüchern geschmückt war, ist dies in jüngster Vergangenheit stark zurückgegangen.

Zur besonderen Feierlichkeit trugen bei der diesjährigen Prozession erneut die vielen Fahnen, die mit dem alten Barockschmuck festlich geschmückte Bauernmadonna, die Leuchter ebenso bei wie die Musikanten, die vertrauten Gesänge und Gebete der Gläubigen. Viele von ihnen waren in der heimischen Tracht; vor allem die Röcki-Frauen bereicherten das festliche Bild. Wir von der Kolpingsfamilie hatten nicht nur unser bekanntes Kolpingsbanner dabei, sondern marschierten mit unserer alten Katholischen Gesellenvereinsfahne von 1899 mit.

Im Mittelpunkt, begleitet von einem Kondukt der Berchtesgadener Bergknappen und Kommunionkindern trugen abwechselnd der jeweilige Zelebrant die Monstranz mit dem Allerheiligsten unter dem sog. Himmel: Unser Präses Pfarrer Dr. Thomas Frauenlob, unser Kolpingsmitglied Kaplan Gerhard Wiesheu und Pater Terentian vom Franziskanerkloster. Die Prozession machte diesmal an zwei Altären Halt. Es wurde um Segen für Felder, Markt und Flur und die dort lebenden wie arbeitenden Menschen gebeten. Die Prozession endete mit dem eucharistischen Segen und mit „Großer Gott, wir loben dich“ in der Stiftskirche mit dem herrlichen Blumenteppich, den federführend unser Mitglied Maria Hasenknopf gestaltet hatte.

Bilder / Impressionen:

Aufhängerbild Fronleichnam Schlossplatz b
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Gottesdienst in der Stiftskirche b
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Das Allerheiligste unter dem Himmel b
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Blumenteppich b

 

18.06.2017
Johannes Schöbinger

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