Das Osterfeuer und die "Schipfiweih"

Im Gedenken an die Auferstehung Jesu Christi: Die Osternacht in Marktschellenberg

Ein Bericht des "Berchtesgadener Anzeigers" vom Dienstag, 18. April 2017

 Die Osternacht, die Nacht vom Karsamstag auf den Ostersonntag, ist im Kirchenjahr die "Nacht der Nächte". Es ist eine Nacht des Wachens und Betens zum Gedenken an die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. Die Osternachtfeier in Marktschellenberg begann in den Abendstunden des Karsamstags, dazu richtete Anton Kranawetvogel neben der Pfarrkirche St. Nikolaus einen Holzhaufen auf, darin befanden sich viele Palmbuschen des Vorjahres.

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Kaplan Gerhard Wiesheu segnete das Osterfeuer, danach entnahm Kranawetvogel eine Holzkohle aus dem Feuer und legte sie in das Rauchfass eines Ministranten. Der Kaplan beräucherte das Feuer und mit einem Holzspan aus dem Osterfeuer wurde die Osterkerze entzündet. Zur Segnung des Osterfeuers kamen auch die Kommunionkinder.

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Der Geistliche trug die schwere Osterkerze, begleitet von Gemeindereferentin Gabriele Hartmann und vielen Ministranten, und zog durch das Hauptportal in die Pfarrkirche ein.

Zur "Schipfiweih" hatte Stefan Koppenleitner Holzscheite, zusammengehalten durch einen Eisenreif und aufgesteckt auf einen Holzstiel, mitgebracht. Er steckte sie in das Osterfeuer und ließ die Scheite kurz anbrennen.

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Die im geweihten Osterfeuer angebrannten Holzscheite werden zu Hause aufbewahrt und bei schweren Gewittern in den Ofen gesteckt. Sie sollen Unheil abhalten. Der Kranawetvogel Tonei entleerte das Sakrarium, eine kleine Grube unterhalb des Altares in der Kirche. Die darin aufbewahrten Wattebausche von der hl. Taufe und der Krankensalbung wurden im Osterfeuer verbrannt.

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Nach der Lichtfeier folgten die Lesungen - sie gestalteten in der Nacht die Zeit des Wartens. Beim anschließenden Gloria läuteten alle Glocken und das Orgelspiel begann. Es folgten Lesungen, das Taufgedächtnis und die Eucharistiefeier. Nach der Wasserweihe besprengte der Kaplan die Gläubigen, begleitet von einer Ministrantin, welche vom mitgetragenen Weihwasserkessel die Weihwasserbecken an den Eingangsportalen füllte.

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Am Ende der Osternacht weihte Kaplan Gerhard Wiesheu die mitgebrachten und vor dem Seitenaltar abgestellten Speisenkörbe mit den Osterspeisen.

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Am Kirchenportal überreichte der Geistliche jedem Kirchenbesucher ein geweihtes Osterei. Wer wollte, bekam von den Ministranten ein Stamperl Schnaps.

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Bernhard Stanggassinger

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